Grundgesetz

November 23rd, 2010

Post an Kauder

Sehr geehrter Herr Kauder,

hiermit möchte ich sie auf das sogenannte Grundgesetz (GG) aufmerksam machen. Es ist seit Mai 1949 gültig und regelt wichtige Prinzipien der Demokratie und des Rechtsstaats in Deutschland.

In Art. 5 des GG sichert es die Pressefreiheit sowie die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film. Als Memo habe ich Ihnen ein Exemplar beigelegt. Entsprechende Textstelle habe ich für Sie auf Seite 16 markiert.

Ich bitte Sie diesen Artikel zu bedenken, bevor Sie das nächste mal fordern die Medien zu verpflichten, aufgrund von Terrorwarnungen, bestimmte Informationen nicht zu veröffentlichen.


Mit freundlichen Grüßen

Jörgen Sagawe

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Zum Hintergrund: Siegfried Kauder fordert nach Angaben der Saarbrücker Zeitung eine Verpflichtung der Medien, über mögliche Terrorziele nicht zu berichten.

Das hab’ ich jetzt davon.

November 4th, 2010

Letzte Woche erhalte ich von unserem Jahrgangsleiter folgende Mail:

Von:     XXXX
Betreff:     1. Vollversammlung des 12. Jahrgangs
Datum:     26. Oktober 2010 18:39:07 MESZ
An:     sämtliche Mailadressen aus dem 12. Jahrgang (4 Klassen, über 100 Schüler)

Liebe Schülerinnen und Schüler des 12. Jahrgangs,

hiermit lade ich Euch zur 1. Vollversammlung des Jahrgangs 12 ein.

Die TEILNAHME IST VERBINDLICH. Die Versammlung findet am Montag, 01.11.2010 in der 9. und 10. Stunde im Forum der Handelslehranstalt statt, also während des Praxis-/BRC-Unterrichts.

Da mir immer noch einige E-Mail Adressen aus der 12B fehlen, bitte ich die Mitschüler um Kommunikation  der Veranstaltung in der Klasse. Diese Aufgabe könnte beispielsweise der Klassensprecher oder die Klassensprecherin übernehmen.

Viele Grüße und bis Montag

XXXXX

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Na toll. Ich find’s ja schön, dass die Schule endlich anfängt auf digitalem Weg zu kommunizieren.  Spart immerhin ne Menge Papier. Aber ist es denn nötig offen an alle Mailadressen aller Schüler zu schreiben? Da besteht Nachholbedarf in Sachen Medienkompetenz! Ich schreibe also ein paar Zeilen zurück und weise den Lehrer höflich auf seinen Fehler hin:

Von: “Jörgen Sagawe” <jsagawe@gmx.de>
Gesendet: 26.10.2010 20:02:49
An: XXXX
Betreff: Re: 1. Vollversammlung des 12. Jahrgangs

Sehr geehrter Herr XXXX,

vielen Dank für die Einladung. Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass in der Mail sämtliche Mailadressen aller Schüler des 12. Jahrgangs einzusehen sind. Aus Gründen der Datenhygiene möchte ich Sie bitten, zukünftig beim Massenversand die Mailadressen in “BCC” also Blindkopie einzutragen. So werden die Mailadressen nicht allen Empfängern zugänglich gemacht. Dies beugt Adressenmissbrauch und Spam vor.

Vielen Dank und freundliche Grüße
Jörgen Sagawe

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Darüber, ob es nach Knigge korrekt ist, den Lehrer zu belehren,  machte ich mir keine Gedanken. Der Lehrer kennt mich nicht, ich hatte noch nie Unterricht bei ihm und das bleibt wahrscheinlich auch so. Wenige Minuten später erhielt ich zu meiner Überraschung eine freundliche Antwort:

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Von:     XXXXXX
Betreff:     Re: 1. Vollversammlung des 12. Jahrgangs
Datum:     26. Oktober 2010 20:21:35 MESZ
An:     Jörgen Sagawe <jsagawe@gmx.de>

Hallo Jörgen,

danke für den Hinweis. Ich kenne die Problematik und habe etwas vorschnell gehandelt und einfach bei meinem Mailaccount zu schnell auf senden gedrückt. Sorry, wird nicht wieder vorkommen, denn Du hast mit Deiner Kritik vollkommen recht.

Gruß XXXXX

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Er zeigte sich also schuldbewusst und versprach Besserung. Damit war für mich die Sache gegessen.

Falsch gedacht! Auf der angekündigten

Veranstaltung begrüßte er uns mit den Worten “Als Erstes muss ich mich bei euch entschuldigen. Ich habe eure Mailadressen offen versendet und darauf eine bitterböse Mail erhalten. Das wird in Zukunft nicht mehr vorkommen.”

“Gut, dass der mich nicht kennt!”, dachte ich mir. Denn er schien die Kritik doch irgendwie persönlich genommen zu haben.

Heute klopft es in Betriebswirtschaft an der Tür. Der besagte Lehrer kommt herein und bittet 4 Schüler heraus, darunter mich. Er brauche Paten, die Hospitanten von der Realschule nächste Woche etwas in der Schule herumführen können. Auf meine Nachfrage, wie er auf uns kommt, antwortet er nur: “Naja diese drei kenne ich schon gut und du scheinst mir mit deiner großen Klappe auch gut geeignet zu sein.”

Das hab’ ich jetzt davon. Um solche Erfahrungen machen zu dürfen, gehe ich auf die Schule. Vielleicht bewahrt mich diese Erinnerung eines Tages im Berufsleben vor ähnlichen Fehlern.

Jahrgang 91, Männlich, Single: ein Schicksal?

August 9th, 2010

Ich hatte in meinem ganzen Leben noch nie eine Freundin. “Das kann ich mir bei dir überhaupt nicht erklären!” ist eine aufheiternde Antwort, die ich häufig zu hören bekomme. Bis vor kurzem hatte ich selber keine Erklärung und fing an an mir zu zweifeln. Machte ich etwas falsch? Fehlt mir das selbstsichere Auftreten, der Charme oder das gewisse Etwas? Gehe ich zu selten aus? Ich habe mit vielen Menschen darüber gesprochen, jedoch wird mir von allen Seiten aus Tageslichttauglichkeit und Anmut bescheinigt. Was machen die liierten Männer in meinem Alter also anders? Die Antwort macht nicht grade Mut: Tatsächlich kenne ich niemanden aus meinem Jahrgang, der eine Freundin hat! Von den Mädchen in meinem Alter dagegen hat jedes einen Freund. Auffällig: Diese sind alle wesentlich älter. Tatsächlich kenne ich kein Mädchen unter 20, das mit Typen unter 20 zusammen ist. Wenn man also nur Mädchen findet, die jünger sind als man selbst: Warum klappt das dann bei meinen Altersgenossen und mir nicht? Die Antwort findet man, denke ich, zur Zeit in den Medien. Stichwort: Geburtenschwache Jahrgänge.

Geburten 1980 bis 2000

Daten: Statistisches Bundesamt.

Die Unlust der Deutschen, in der ersten Hälfte der 90er, Kinder in die Welt zu setzen macht also nicht nur den Personalchefs zu schaffen, sondern auch mir. Von den Mädchen, die wenige Jahre nach mir geboren wurden gibt es statistisch gesehen einfach zu wenige.

Wenn diese aus der Luft gegriffene Theorie stimmt, dann erklärt sie auch die Sorglosigkeit meines Bruders (Baujahr 1985). Der hat seit seinem 18. Lebensjahr soweit ich mich erinnere nie Probleme gehabt eine Freundin zu finden. Nach seiner Geburt hat der Graph einen steilen Anstieg bis 1990. Aus diesem Jahr ist seine aktuelle Freundin.

Was bedeutet diese Erkenntnis für mich? Zunächst habe ich aufgehört an mir zu zweifeln. Ermutigend sind diese Zahlen trozdem nicht. Ich werde einfach weitermachen wie bisher. Vielleicht konzentriere ich mich auch einfach mal auf etwas Anderes: Schule, Job, Parteiarbeit, Führerschein… Ist ja nicht, als hätte ich nichts zu tun.

*** Nachtrag, 10.8.2010 ***

Weil Nachfragen kamen: Offensichtlich habe ich das in dem Eintrag nicht klar genug formuliert: Mädchen in meiner Altersklasse suchen sich in aller Regel ältere Typen. Deswegen hilft mir die Spitze 1989/90 leider so gut wie gar nicht.

Mitternachtssnack

Juli 22nd, 2010

Ich komme spät nach Hause und habe wie immer Hunger. Nach einem kurzen Blick in den Kühlschrank und entscheide mich für leckeres French Toast mit Bratwürstchen. Schön mit Mayo und Ketschup.

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Irgendwie musste ich dabei denken, wie diese Malzeit  für Vegetarier aussehen würde. Eigendlich nicht viel anders, nur halt ohne Wurst:

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Das sieht immernoch lecker aus.
Richtig extrem wird es aber eine Stufe härter:

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So sähe diese Malzeit vegan aus. Das Toast enthielte weder Ei noch Milch. Auf die Mayonnaise müsste man ebenfalls verzichten.

Das Fazit lautet: Als Vegetarier könnte ich leben. Als Veganer nicht!

Denksportaufgabe

Juli 20th, 2010

“Sie hat ständig irgendws in der Hand. Sie schaut zu Boden oder an die Wand. Sie redet nicht!”

“Unscharf”: Einer der schönsten Songs aus Farin Urlaubs aktuellem Album “Die Wahrheit übers Lügen”

Oft denke ich nach, wen oder was der Künstler damit meint. Viele Ideen hatte ich schon: eine Pornodarstellerin?

“Sie wird nie vom Schlaf übermannt. Sie hinterlässt auch keine Fußspuren im Sand. Und sie redet nicht!”

die Sonne? Sie scheint über den Sand, hinterlässt natürlich keine Spuren. Sie ist ja auch “unscharf an den Rändern”. Passt aber nicht, denn die Sonne hat natürlich keinen Mund und auch keine Hände. Weitere Hinweise:

  • bewegt sich wie an Bändern
  • wirkt wie schlecht kopiert
  • man erkennt sie nur verschwommen
  • “Ob sie wohl nach all der Zeit ein bisschen an mir hängt?” 
  •  ”Ist sie von einem andren Stern? Ich weiss es nicht genau.”

Klar ist eines: Wenn es eine Frau ist, dann ist sie nicht echt, da sie sonst schlafen müsste und reden würde. Etwas Gegenständliches kann es schwer sein, da es Hände und einen Mund haben müsste. Ernüchternd ist, dass es keine richtige Antwort geben muss, da Farin Urlaub möglicherweise seine Fans einfach nur verarscht.

Ein Freund nannte mir einen Lösungsvorschlag, der irgendwie plausibel erscheint, aber irgendwie unbefriedigend ist. Um euch den Spaß nicht zu verderben, poste ich diesen erst in zwei Wochen. Bis dahin könnt ihr euch das Lied ja mal anhören und selber etwas grübeln.